Die THW-Ortsverbände Heidelberg, Heilbronn, Neunkirchen (Baden), Oberhausen-Rheinhausen und Waghäusel führten im Zeitraum vom 04. bis 06. Juli eine gemeinsame Mehrtagesübung durch. Höhepunkt war hierbei eine groß angelegte Einsatzübung in Waghäusel-Wiesental, welche am 05. Juli stattfand. Namensgeber der Übung war die Firma Heidelberg Materials Mineralik GmbH, die ihr Betriebsgelände in der Triebstraße und den angrenzenden Baggersee zur Verfügung stellte und von Beginn an die Übungsleitung mit großem Engagement unterstützte.
Ausgehend von einem Erdbebenszenario reisten am Freitagabend über 100 Einsatzkräfte nach Waghäusel an und errichteten auf dem Gelände der THW-Unterkunft im Industriegebiet Wiesental ihr Feldlager.
Von dort aus wurden die 17 Einheiten mit mehr als 20 Fahrzeugen, vier Booten und drei Baumaschinen am Samstagmorgen in das Schadensgebiet am Kieswerk alarmiert, um auf dem weitläufigen Gelände in vier Einsatzabschnitten an Land, auf dem Wasser sowie in der angrenzenden Feldlage vielfältige Einsatzaufträge abzuarbeiten.
Es galt eine große Anzahl an vermissten Personen zu finden, aus unterschiedlichen Übungslagen zu befreien, erstzuversorgen und dem Rettungsdienst zu übergeben. Dazu wurden neben Übungspuppen auch Realistische Unfalldarsteller des DRK Kreisverbands Karlsruhe und der DLRG Oberhausen-Rheinhausen eingesetzt, was durch deren authentische und fachkundige Darstellung die THW-Einsatzkräfte zusätzlich forderte. Die DLRG sorgte hierbei auch für die entsprechende Absicherung der Patientenübergabe auf dem Wasser und an den Uferbereichen.
Für Realnotfälle der Übenden stellte das DRK Waghäusel einen Rettungstransportwagen (RTW) mit Besatzung bereit, der glücklicherweise keine Verletzungen bei den Teilnehmenden behandeln musste. Er wurde allerdings auch für den Patiententransport der Übungsdarsteller eingesetzt und war hierbei durchgehend gefordert.
Die eingesetzten Wasserfahrzeuge transportierten Einsatzkräfte und Verletzte sowie Sachgüter und Treibgut, welches für die Übung zuvor präpariert und im See eingesetzt worden war, über den Wasserweg auf einer Fläche von ca. 1.300 m auf 900 m.
Im Bereich der verzweigten Förderanlagen des Kieswerks wurden zahlreiche Bergungsgruppen und Einsatzkräfte mit dem Schwerpunkt der Technischen Hilfeleistung eingesetzt. Neben der Rettung von Personen aus Zwangslagen waren schwere Lasten zu bewegen sowie Zugänge und Abstützungen herzustellen.
Die Fachgruppen Räumen mit Radlader und Teleskoplader waren beim Freiräumen von Verkehrswegen und Zugängen gefordert, denn auch hier wurden zuvor einige Hindernisse vorbereitet, die nur mit Baumaschinen beseitigt werden konnten. Das Befüllen, der Transport und der Verbau von Sandsäcken – in diesem Fall mehrere Big Bags (Kunststoffsäcke mit rd. 1 Kubikmeter Fassungsvermögen) – waren ebenfalls Teil der Übungsanforderungen.
Ein fiktiver Waldbrand erforderte das Bereitstellen von Löschwasser für die Feuerwehr. Dieses wurde aus dem See entnommen und über lange Wegstrecken gefördert, um es an drei geeigneten Stellen in der Feldlage zeitgleich an die Löschfahrzeuge der Feuerwehr zu übergeben. Darüber hinaus wurde mittels des Einsatz-Gerüst-Systems (EGS) noch eine Befüllstelle errichtet, um landwirtschaftliche Tankwagen mit Löschwasser zu befüllen.
Sichtlich erschöpft, allerdings ausgesprochen zufrieden kehrten am frühen Samstagabend insgesamt über 140 Übungsbeteiligte bestehend aus übenden Einheiten, Übungsleitung, Übungsbeobachtern, Rettungsdienst und Notfalldarstellung, Wasserrettung, Führungsstelle, Media-Team und weiteren Übungsunterstützern zum Feldlager zurück, um sich bei einem gemeinsamen köstlichen Abendessen auszutauschen.
Der kameradschaftliche und fachliche Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil guter Zusammenarbeit, was auch diese Übung wieder bestätigte. Nach dem Abbau des Feldlagers am Sonntagvormittag wurde die Mehrtagesübung „Mineralwasser 2025“ erfolgreich beendet.

