17.11.2018, von Ralf Krämer / Felix Ritschel

ICE entgleist - Großübung im Rollenbergtunnel

Foto: Felix Ritschel

Es ist kurz vor Mitternacht als die Alarmierung mit dem Einsatzstichwort entgleister Zug im Rollenbergtunnel erfolgt. Am Westportal ragt die Spitze eines ICE-Zuges aus dem etwa drei Kilometer langen Tunnel bei Bruchsal heraus - der größte Teil des Zuges befindet sich allerdings noch innerhalb der Tunnelröhre. In dieser Nacht üben 900 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und dem THW gemeinsam den Ernstfall einer solchen Großschadenslage. Es wird damit die größte Übung von Einsatzkräften in Baden-Württemberg in diesem Jahr sein. Die THW-Ortsverbände Oberhausen-Rheinhausen, Waghäusel, Dettenheim und Karlsruhe unterstützten die Rettungsarbeiten mit mehreren Bergungs- und Fachgruppen sowie einem Zugtrupp.

Bereits kurz nach der Alarmierung treffen die ersten Retttungskräfte ein. Zwei Rettungszüge aus Mannheim und Stuttgart näheren sich der Unglücksstelle von beiden Seiten und unterstützen den Transport von verletzten Personen zu den eigens errichteten Sammelplätzen an beiden Tunnelportalen. Über 100 geschminkte Laiendarsteller weisen unterschiedlichste Verletzungen mit verschiedenen Schweregraden auf. Bereits im Zug beurteilen und versorgen Notärzte die einzelnen Patienten ehe sie zu den Sammelplätzen und anschließend ins nahe gelegene Krankenhaus transportiert werden. Auch hier wird in dieser Nacht der Notfallplan in der Notaufnahme geprobt.

Die Arbeit des THW konzentriert sich in dieser Nacht hauptsächlich auf die Ausleuchtung von Einsatzstellen und der Aufrechterhaltung der Stromversorgung aller Einsatzkräfte. Zum Einsatz kommen dazu verschiedene Aggregate, Lichtmastanhänger und diverse Flutlichtstrahler. Auch im Einsatzstab im Bruchsaler Rathaus sind Vertreter des THW um die Arbeit der Einsatzkräfte von hier aus zu koordinieren.


Gegen 5.00 Uhr morgens sind dann schließlich alle Personen gerettet und geborgen. Noch vor Sonnenaufgang kann die Strecke für den regulären Zugverkehr wieder freigegeben werden.


  • Foto: Felix Ritschel

Alle Rechte am Bild liegen beim THW.




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